Freitag, 13. November 2015

Preisträgerin postpoetry.NRW 2015

Karin Posth wurde 1945 in Marienbad/Tschechien geboren und lebt heute nach vielen räumlichen Veränderungen in Köln. Ab 2010 begann sie intensiv zu malen und Lyrik zu verfassen. 2013 erschien ihr erster Gedichtband "DER HIMMEL IST KEIN GESCHENK“. In den vergangenen Jahren wurde sie für ihre lyrischen Texte mehrfach ausgezeichnet. So war sie zweimal in der engeren Auswahl zum Feldkircher Lyrikpreis (AT). Ihr wurden Preise u. a. beim Haiku-Wettbewerb der österreichischen Haiku Gesellschaft und beim Mindener Literaturwettbewerb zugesprochen. 

Laudatio der Jury
Auf eine ganz besondere Reise schickt uns Karin Posth mit ihrem Gedicht „auf der reise zu sich“. Ihr Geliebter ist unterwegs mit seiner Frau. Nach nur 4000km denkt er an seine Liebe und wirft an sie eine Ansichtskarte in ny älesund in den nördlichsten Briefkasten der Welt. Es ist keine schöne Ansicht, die er der Daheimgebliebenen zuschickt. Eine Zahnreihe schwarzer Stümpfe kommt zwischen den Lippen von Wasser und Himmel zum Vorschein.
Und er schreibt der Geliebten die vier Worte „ich liebe dich sehr“ auf die Rückseite der Karte. An diesem Punkt verändert sich das Gedicht, die Bilder werden weicher. „Die natur ist eine raue haut, doch sie wärmt den boden der seele“ und „die wolken (…) legen ihre samtigen pfoten aufs meer“. In dieser Stille ist der Geliebte unterwegs zu sich, mit ihm sind es 17 Nationen, „im schlepptau nichts weiter als kälte du wind“. Man ahnt, er ist angekommen.
Die lakonische Art, mit der diese Liebe beschrieben wird, der Kontrast von nordskandinavischer Kargheit und Kälte zu den starken Emotionen, die thematisiert werden, machen den Reiz dieses Gedichtes aus.

Mit leichtem Frösteln lassen wir uns gern auf diese poetische Reise mitnehmen.

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