Donnerstag, 9. April 2015

Bielefeld, 26. März 2015

(vlnr: Anna Maria Reiter, Jürgen Flenker, Monika Littau)



„(…) der himmel war ein butterfass/voll tran und gelb/ich stak im schmalz/und schmierte daumendick/metaphern auf mein brot (…)“ Jürgen Flenker

Um die Leichtigkeit und den Widerstand, den Lyrik zu bieten vermag, ging es bei der letzten Lesung der postpoetry-Preisträger 2014 in der Bielefelder Stadtbibliothek. Genauer: dissoziative Wahrnehmungen, Kleinstadtmilieu-Schilderungen, Begegnungen in der Geriatrie und psyhologischen Praxis, Autopannen und die Lyrik selbst waren Anlass, Stoff, Bindegewebe und Fasern der Gedichte, die Jürgen Flenker (Münster) und Nachwuchsautorin Anna Maria Reiter aus Bonn zu Gehör brachten.
Schülerinnen und Schüler aus Bielefeld folgten aufmerksam der Lesung und den Gesprächen. Einige hatten sich am Bielefelder Wettbewerb „Jugend schreibt“ beteiligt und warteten gespannt auf die Ergebnisse der Jury-Sitzung.
Diese Erfahrung zeigt sich übrigens bei allen Veranstaltungen: Junge Menschen, die sich einmal selbst an Gedichten versucht haben, zeigen ein deutlich größeres Interesse und eine höhere Sensibilität für lyrische Texte. Bilder und Metaphern werden vielleicht nicht zum täglichen Brot und manchmal auch zu dick aufgetragen (siehe oben), aber doch zu Räumen, die man mit Entdeckerfreude betritt.   


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